Ausklang 01.19

31.01.2019 | Bereich: Artikel
Abstrakte bunte Wellenlinien

Bild: Bunte Wellenlinien © bei Alexandra_Koch | Lizenz: CC0

Was fesselte diesen Monat meine Aufmerksamkeit? Was faszinierte und/oder inspirierte mich?
Begleitet meine Erkundungsreisen, vielleicht entdeckt jemand ebenfalls Neues und Spannendes.

Das erste Mal

Kurz nach meinem Entschluss die HörBar einzurichten, stand schnell fest, eine Art Überblick zu integrieren. Zuerst konnte ich mich nicht auf den Erscheinungsrhythmus einigen, dann meldeten auch die anderen Fächer ihre Berücksichtigung an. Ich war in der Bredouille. Mit der Absicht nur die HörBar zu bedienen, drängte sich der Titel “Ausklang” frühzeitig auf. Unter den erweiterten Bedingungen, die gesamte Palette an Themen von kreaktiv.xyz aufzunehmen, erschien der Titel nun deplatziert. Einige Tage haderte ich mit mir, bis deutlich wurde, dass ich den Titel viel zu genial fand, um ihn aufzugeben. Zudem musste ich mir eingestehen, dass ich zu sehr auf die Verknüpfung “Hör”Bar und Aus“klang” fixiert war und mich dadurch unnötig einschränkte. Im Sprachgebrauch lassen wir zum Beispiel auch den Tag oder das Wochenende “ausklingen”. Insofern ist die Bezeichnung auch für den geplanten Gesamtumfang vollkommen passend. Am Monatsende markante Fundstücke und Erlebtes bündeln, um mit frischer Motivation in den nächsten zu Starten, klingt nach einem guten Plan 🙂

Nur heute beim ersten stottert der Motor noch. Zu viel war ich mit anderen Baustellen beschäftigt, um im Kopf Ressourcen für kreaktiv frei zu haben. Im Disput mit meinen Ansprüchen habe ich aber beschlossen, trotzdem jetzt im Januar auch unvorbereitet mit der ersten Ausgabe zu beginnen. Ich bin da eigen(tümlich) … Dann leg ich mal los 😉

Ordnung

So wenig, wie ich über Inhalte sinniert habe, blieben auch Überlegungen zur Struktur, Gliederung, Ordnung oder wie auch immer man es nennen will, zurück. Ich möchte auch ungern etwas festlegen, sondern wie es sich für kreative Prozesse gehört, lebendig gestalten. Schließlich weiß ich nicht, was mich über den Monat fesseln oder bewegen wird, um hier erwähnt zu werden. Vorhersehbar ist langweilig, für mich und hoffentlich auch für meine Leser*innen. Überraschendes und Unerwartetes beflügeln den Geist, kreieren Ideen, unterstützen Motivation oder zaubern einfach ein Lächeln – womit natürlich die angenehmen gemeint sind.

Schreibtipps

Eine wichtige Quelle für vielerlei Tipps rund um das Schreiben ist versiegt. Macherin Tinka Beere hat ihr Projekt Schreibmeer auf Eis gelegt. Zum Nachlesen wurden alle bisherigen Beiträge unter ein kostenloses Dach transferiert. So lässt sich wenigstens im Archiv stöbern, denn die Inhalte der Artikel verlieren nicht so schnell an Bedeutung. Wem Schreibmeer bisher unbekannt war, dürfte sich im breiten Themenspektrum interessanter und hilfreicher Beiträge verschiedenster Autor*innen ausgiebig verlieren. Seid also gewarnt 🙂

VG Info gibt auf

Diese Hiobsbotschaft erreichte mich kurz vor der Veröffentlichung und ist ein harter Schlag in den Magen. Alle Urheber*innen, vor allem Schriftsteller*innen, verlieren einen engagierten Kämpfer für ihre Rechte, für ihr Ansehen, für ihre Bedeutung, für ihre Anerkennung, überhaupt für den Respekt, den sie verdienen, aber nicht erhalten. Das Geschrei der Lobbyisten hat mal wieder die Politik niedergerungen. Das ist so traurig, so erniedrigend und so erbärmlich. Da muss ich aufpassen mich nicht all zu stark demotivieren zu lassen, obwohl es wirklich deprimierend ist.

Markus Heitz un-LesBar

Auch wenn ich damit sehr spät dran bin, habe ich seit 2015 die ersten beiden Bände seiner Zwerge-Reihe hinter mir gelassen und hoffe den dritten Teil bald auf einem Flohmarkt zu finden. Trotz ihres monströsen Umfangs kam bisher keine abschreckende Zähigkeit auf. Mit diesem Eindruck traute ich mich an “Aera”. Der Rückentext machte Appetit und versprach ein interessantes Lesevergnügen. Nach geschätzten sechs Monaten stelle ich fest, dass ich mich bis Seite 128 durch kämpfen musste. Womit sein Ende besiegelt ist und zurück ins Bücherregal wandert. Ich breche ungern Bücher ab, aber wenn mich nichts Halten kann und zur Tortur wird, quäle ich mich nicht bis zum Ende. Vielleicht entgeht mir dann unerwarteter Weise, dass sich die Erzählung zum Besseren entwickelt. Mag sein, aber da ich es ja nicht weiß, juckt es mich auch nicht.

Ich kann nicht mal gezielt benennen, was mich zur Aufgabe veranlasste. Meistens fiel die Entscheidung, “lese ich noch etwas?”, gegen das Buch aus. Deswegen auch die lange Zeit für so wenige Seiten. Die Zutaten der Geschichte klangen herausfordernd, doch die Kreation erwies sich als Fade. Egal, nicht jedes Buch erfüllt, was man sich davon verspricht.

Es ist kein aktuelles Buch, weshalb man für einen Euro auf einem Flohmarkt risikolos das Selbstexperiment wagen kann, aber grundsätzlich erhält es von mir keine Empfehlung.

Spotify

Einen ganz miesen und sehr heftigen Zwiespalt zwingt mir Spotify, wie auch seine Mitbewerber, auf. In erster Linie nicht wegen den angeblich zu geringen Ausschüttungen an die Künstler. Hierfür sind vor allem die gierigen Musikverlage Schuld, die sich unverschämt am Schaffen anderer bedienen. Nein, viel mehr stört mich deren Beteiligungen an der Zerstörung dessen, dem sie überhaupt erst ihre Existenz verdanken: dem Internet und dessen Netzneutralität. Angebote wie StreamOn von der Telekom sind die Ausgeburten gewissenloser Einfaltspinsel, deren magere Denkstrukturen vom Profit zerfressen sind.

Insofern widerstrebt mir die Nutzung von Spotify, während ich staunend durch die unerschöpfliche Auswahl streife. Für mich Musik-Süchtigen eine wirklich schwierige Situation. Schweren Herzens habe ich vorerst entschieden, in den sauren Apfel zu beißen. In erster Instanz wurde StreamOn bereits als rechtswidrig abgeurteilt, weshalb ich auf dessen baldige Einstellung hoffe.

Obgleich die Lage prekär ist, will ich mir den Spaß nicht verderben lassen. Meine Musik Vorschläge werden daher meist zu Spotify führen. Der Dienst kann ohne Kosten genutzt werden, allerdings ist eine Anmeldung unvermeidlich. Dazu sind nicht unbedingt reale Daten notwendig, nur die E-Mail Adresse sollte gültig sein. Will man möglicherweise irgendwann zu einem Abo wechseln, wären wahre Daten bei der Anmeldung von Vorteil, ansonsten droht der Verlust gespeicherter Vorlieben.

… aber keine Angst, meine Anregungen beschränken sich nicht auf den Sektor verzerrter Gitarren \m/ 😉

… und Nein, eine detaillierte Song für Song Analyse bleibt euch hier erspart, dafür sind eigenständige Formate vorgesehen.

Entspannte Schreib Musik

Zaz – Effet mioir

Beweisen kann ich dies mit meinem ersten Anspieltipp, denn wer hätte bei mir schon mit der französischen Chansonniere Zaz gerechnet? Also ich nicht …

Aber ganz im Ernst, das Album bietet durchweg erstklassige Musik. Von besinnlich nachdenklich, bis spaßig mitschwingend. Wer sich gerade beim Schreiben zäh die Worte aus den Fingern presst, packt sich mal Titel 2, 3 und 6 auf die Kopfhörer, guckt aus dem Fenster und schenkt dem Geist etwas Freiheit. Wenn nicht gerade der Teufel seine Hände im Spiel hat, dürfte es danach wieder besser fließen.

Adrian von Ziegler – 2 Hours of Dark Music

Absoluter Schreib- und Inspirations-Garant – also zumindest für mich. Schreibblockaden sind mir zwar fremd, aber manchmal weiß ich nicht, wo anfangen. Beim Sortieren hilft dann dieser Mix vom sehr empfehlenswerten Komponisten Adrian von Ziegler. Anmachen und schauen, was passiert.

Ansporn Musik

Artillery – The Face of Fear

Kraftvoll! Das war mein spontanes Fazit nach dem ersten Durchlauf. Ich entdeckte die Band erst diesen Monat und war tief beeindruckt vom gesamten Album. Kein Durchhänger, keine Schwachstellen, von vorne bis hinten ein Hörgenuss. Klar, Metal, aber dass derartige Qualität bisher nicht meinen Weg kreuzte, wundert mich schon ein wenig. Ach, am Besten hört ihr einfach mal rein. \m/

Mutter Erde mahnt

Schmerz, besonders seelische Qual, birgt durchaus enorm kreatives Potential. Doch stirbt um einen herum das Leben und die Welt, braucht es keine Kreativität mehr, dann warten wir nur abgestumpft auf das Unvermeidliche. Soweit muss es aber nicht kommen, weswegen jeder Appell hilft und es gar nicht genug davon geben kann. 2 Minuten hat Zeit, wem Zukunft wichtig ist.

Staunen und Schmunzeln

Immer wieder begeisternd, welche Leidenschaft und Mühen Menschen aufbringen, um andere fasziniert in den Bann zu ziehen. Für jeden einzelnen Zuschauer, Zuhörer oder Leser lohnt es sich, sie auf dem eigenen Weg mitzunehmen. Zweifel sollen die beste Leistung heraus kitzeln, aber nicht im Keim ersticken. Schaltet kurz mal ab und lasst euch inspirieren.

Altklug

Kreativität ist Intelligenz, die Spaß hat.
(Albert Einstein)

Vorhang

Gehabt euch Wohl, genießt die Zeit, befreit euren Geist und … man liest sich 🙂


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