Ausklang 02.19

28.02.2019 | Bereich: Artikel
Abstrakte bunte Wellenlinien

Bild: Bunte Wellenlinien © bei Alexandra_Koch | Lizenz: CC0

Was fesselte diesen Monat meine Aufmerksamkeit? Was faszinierte und/oder inspirierte mich?
Begleitet meine Erkundungsreisen, vielleicht entdeckt jemand ebenfalls Neues und Spannendes.

Glücksverhinderer

Es heißt doch immer, jeder habe Glück verdient. Bedeutet der Umkehrschluss, man hat nicht genug dafür getan, um es zu verdienen, wenn es ausbleibt? Quatsch, natürlich nicht, vor allem, weil niemand von Außen bestimmt oder zu bestimmen hat, wann einem wie viel Glück zu steht. Wohl wahr aber ist die Sache mit dem Schmied, wenn da nur nicht diese Monster wären. Nach den wenigen Zeilen dieses Beitrags stellt sich nicht nur ein Aha-Effekt ein, sondern lüftet die gebotene Simplizität einen Schleier vor den Augen. So verständlich benannt, kann ein Jeder seine individuellen Schlüsse daraus ziehen und Gegenmaßnahmen einleiten, die seinem Gusto entsprechen. Glück wohl auf!

Super-Psychose

Superhelden haut nichts um. Sie kennen keine Angst und erst recht keine Depressionen oder andere allzu menschliche Wehleidigkeiten? Sicher? Natürlich gehen sie damit nicht hausieren, tun wir Menschen schließlich auch nicht. Aber mal angenommen, in deren Seele übernähmen dunkle Mächte das Zepter, müssten die sich dann mit einer Super-Psychose herumschlagen? Spannende Frage? Ein Sanatorium gewährt mal einen Einblick.

Perspektive

Bislang waren mir die Abhängigkeiten unwichtig: Entstanden keine Bilder im Kopf, weil deren Umsetzung scheitern würde oder weil sie nicht umgesetzt werden können, entstanden erst keine Bilder? Egal, seit sich mein ursprüngliches Leben unter der Kruste hervor kämpft, tauchen vermehrt Bilder im Kopf auf. Was zwar ganz schön ist, allerdings immer noch an der Umsetzung scheitert. Geweckt wurde aber auch mein Ehrgeiz, diesem Dilemma zu entkommen. Analog probiere ich mich an diversen Materialien und konzentriere mich digital, nach vielen Tests, auf Krita und Blender. Ich weiß, sehr mächtige Tools. Aber wenn ich mich schon in etwas einarbeite, will ich nicht Gefahr laufen, Vorhaben deswegen nicht umsetzen zu können, weil sich die Software plötzlich limitiert zeigt. Bei allen Hürden, die sich mir als Anfänger in den Weg stellen, ragt eine besonders hervor: Perspektive. (Ha ha, der hintergründige Witz ist mir erst beim Korrekturlesen aufgefallen …) Die habe ich schon zu Schulzeiten gehasst. Trotz sämtlichen theoretischem Wissens bleibt die Perspektive eine widerspenstige Gespielin. Daher werde ich mir die 10 Tipps wohl noch häufiger angucken müssen.

Bohemian Chopsody

Ist das Ergebnis schon beeindruckend, macht die Vorstellung über den betriebenen Aufwand zur Herstellung sprachlos. Anschauen!

Gedankenordnung unter Zeitdruck

Ich habe keine Ahnung, ob ich alleine damit bin, ständig auf der Suche nach Optimierung zu sein. Permanent zu Denken, alle Tätigkeiten könnten effizienter ausgeführt werden, um Ziele besser, schneller oder einfacher zu erreichen. Das Bullet-Journal schien ein geeigneter Baustein hierfür zu sein. So dachte ich zumindest nach den ersten Informationen. Nach dem erhellenden Beitrag von Jacky und dem 4-minütigen Video des Erfinders habe ich jetzt wenigsten begriffen, dass ich nichts begriffen hatte. Allerdings steht nun auch fest, dass es in der angedachten Form nichts für mich ist. Ein etwas flexiblerer Kalender, den man erst mal selbst “bauen” muss, mit erweiterten Eintragemöglichkeiten, stellt für mich keine hilfreiche Unterstützung dar. Dabei löst diese Kalendergeschichte bei mir den größten Widerstand aus.

Zeit ist unser wertvollstes Gut und in ihrer Gänze unverrückbar. Sich aber deshalb von ihr dominieren zu lassen, führt mit garantierter Zuverlässigkeit geradewegs in die Falle seelischer Komplikationen. Die Ausreden, die wir ständig finden uns doch zu unterwerfen, zeugen davon. Der vermeintlich gesellschaftliche Zwang ist dabei die billigste und einfachste, zugleich aber auch die wirkungsvollste für negative Auswirkungen.

Man kriegt ohne Zeit Vorgaben nichts gebacken? Mal ehrlich, was hat die Zeit damit zu tun? Zeit kann für gar nichts und ist für nichts verantwortlich. Zeit erledigt nichts, arbeitet nicht, putzt nicht, schreibt nicht, malt nicht – denkt nicht mal. Zum Sklaven der Zeit haben wir uns selbst gemacht bzw. machen lassen. Sich vom Zeitdruck befreien sollte immer der erste Schritt sein, wenn einem Schwierigkeiten über den Kopf wachsen oder es im selbigen enger zu werden scheint. Zeitdruck gehört zu den Hauptursachen seelischer Querelen, ist im Gegensatz dazu aber mit am einfachsten veränder- und behebbar. Schon leichte Korrekturen können sehr wirkungsvoll sein. Nein, die Gefahr ziel- und planlos durchs Leben zu irren besteht nicht, auch wenn hiermit die meisten Ängste geschürt werden. Erst von den auferlegten Fesseln befreit, läuft unser Motor zur Höchstform auf und lässt uns auch niemals im Stich, wenn wir uns ihm anvertrauen.

Ich bin etwas abgeschweift 😳 Zurück zum Bullet-Journal. Für mich übernommen habe ich Seitennummerierung und Inhaltsverzeichnis. Darauf hätte ich sicher auch selber kommen können, bin ich aber nun mal nicht. Jetzt habe ich meine Ergüsse besser im Überblick und leichter im Zugriff – fantastisch. Ja, da versteckt sich auch eine Zeitkomponente, sie hat aber kein Gewicht und spielt keine Hauptrolle. So darf es sein.

Metal Gitarren Schule

Wer mal so spielen oder sein Repertoire an Fingerfertigkeiten mit denen von Epica Gitarrist Isaac Delahaye erweitern möchte, kann sich nun von ihm selber alles zeigen lassen. Nicht umsonst, was natürlich verständlich ist. Ob die angebotenen Kurse einem die Investitionen wert sind, darf jeder selbst entscheiden. Nett von mir, oder?

Metal Flut

Jeden Monat werden neue Alben veröffentlicht, doch in diesem Monat war die Fülle an Neuerscheinungen, in den von mir bevorzugten Genres, geradezu überwältigend. Bei der Menge kann ich das nicht unerwähnt lassen und habe mal einen Auszug zusammengetragen. Komprimiert, aber möglichst aussagekräftig, versuche ich meine Höreindrücke in Worte zu fassen.

ThornbridgeTheatrical Masterpiece (vö 08.02.2019)
Spaßiger Speed-Metal im Stile von Freedom Call mit leicht folkloristischen Einflüssen. Gefällig und hörbar.

Beast In BlackFrom Hell With Love (vö 08.02.2019)
Poppige 08/15 Melodien vom Reißbrett mit verzerrten Gitarren. Kein Ohrenschmaus.

Lord DivineFacing Chaos (vö 08.02.2019)
Epic Metal der angenehmsten Art. Intelligent und abwechslungsreich. Absoluter Hörtipp.

AvantasiaMoonglow (vö 15.02.2019)
Beim Einstiegssong kamen Zweifel, ob ich den Rest wirklich anhören soll. Ganz so grausam wie befürchtet, wird es zwar nicht, führt aber zu zwei Feststellungen: 1. Schwächstes und langweiligstes Avantasia Album, wofür ich kein Geld ausgeben würde. 2. Tobias Sammet hätte mal lieber alle Gesangsparts Gastsängern und -sängerinnen überlassen sollen.

… und dann verhunzt er auch noch einen meiner Lieblingssongs: Maniac! Geht gar nicht …!

M.I.GOD.Specters on Parade (vö 15.02.2019)
Wer bei Prog Metal nur an Dream Theater denkt, darf hier gerne seinen Horizont erweitern. Ich kann es nur jedem ans Herz legen.

Dreamwalkers IncFirst Re-Draft (vö 21.02.2019)
Debüt, das jeder gehört haben sollte. Spannende Kompositionen, die schwer einzuordnen sind. Power-Prog Metal mit teils chorälen Gesängen wäre mein Versuch. Sehr interessant und unbedingt zu merken.

Spirits Of FireSpirits of Fire (vö 22.02.2019)
Noch ein Debüt, obgleich alle Beteiligten alte Hasen sind. Nicht von ungefähr klingt es nach Overkill, Accept und allen voran Judas Priest. Am Mikro betätigt sich Tim “Ripper” Owens, der schon Rob Halford in dessen Auszeit bei den Priestern vertrat. Es erwartet einen aber kein Abklatsch, sondern recht abwechslungsreiches Material. Tauglich.

DelainHunter’s Moon (vö 22.02.2019)
14 Stücke, wobei vier neue Tracks mit Live-Mitschnitten aufgefüllt werden. Kann man machen, kann seinen Nutzwert aber nicht beweisen. Zumal nur die ersten drei Songs etwas Überzeugungskraft besitzen. Damit hat sich Delain keinen Gefallen getan.

Walls Of BloodImperium (vö 22.02.2019)
Noch ein Debüt. Kraftvoll und Energiegeladen. Gut geeignet, um sich von einengendem Frust zu befreien. Empfehlung.

Rhapsody of FireThe Eight Mountain (vö 22.02.2019)
Nach bekannter Strickweise mit erhöhtem Tempo bleibt der neue Sänger auf der Strecke. Wiegt Fabios Erbe schon schwer, wird er vom gewohnten Bombast vollends überrollt. Aber irgendein Album muss schließlich als schwächstes in die Diskographie eingehen.

O.R.k.Ramagehead (vö 22.02.2019)
Achtung, ziemlich unerwartete Töne erklingen hier. Rock mit Psychadelic, Metal und einer Priese Prog gemischt. Ziemlich spannend – aber sonst hätte es hier auch keine Erwähnung gefunden …

Dream TheaterDistance Over Time (vö 22.02.2019)
Was soll ich groß sagen? Ehrfurchtsvoll sinke ich auf die Knie und beuge mein Haupt gen Boden. Göttlich.

CandlemassThe Door To Doom (vö 22.02.2019)
Was soll ich groß sagen? Ehrfurchtsvoll sinke ich auf die Knie und beuge mein Haupt gen Boden. Erleuchtend.

Altklug

Unter Menschen gibt es viel mehr Kopien als Originale.
(Pablo Picasso)

Vorhang

Gehabt euch Wohl, genießt die Zeit, befreit euren Geist und … man liest sich 🙂


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