Ausklang 07.19

Abstrakte bunte Wellenlinien
Bild: Bunte Wellenlinien © bei Alexandra_Koch | Lizenz: CC0

Was fesselte diesen Monat meine Aufmerksamkeit? Was faszinierte und/oder inspirierte mich?
Begleitet meine Erkundungsreisen, vielleicht entdeckt ihr ebenfalls neues und spannendes.

Wikipedia

In den englischsprachigen Ausgaben gilt der Leitsatz, jedes Wissen ist relevant. Mit dieser heroischen Einstellung gewinnt man allerdings in der deutschen Schrebergärtnerei keinen Blumentopf. Wo käme man denn hin, wenn niemand bestimmt, was wichtig ist – also ER bestimmt, denn an den Schalthebeln der Macht sitzen hierzulande nur Männer. Deren Befugnisse? Kolossale Selbstüberschätzung und herrschaftliche Unterdrückungsgelüste! Wissenschaftler haben inzwischen aufgegeben, mit belegten Erkenntnissen gegen die notorische Rechthaberei hinter Pseudonymen versteckter Möchtegern Diktatoren anzukämpfen. Wissen ist zweitrangig, nur die Befriedigung des eigenen Egos zählt.

Aktueller Anlass sind die Entfernungen von Inhalten zu Frauen-Netzwerken. Initiiert vom immer selben Wikipedianer, hält er sich selbst wahrscheinlich für den oberaffengeilen Taktschwinger, beweist aber lediglich seine Beschränktheit, zu erkennen, was für ein jämmerlich hinterwäldlerisches Frauenbild er besitzt.

Diese Manipulationen sind bei weitem nichts Neues, es ist aber gerade deswegen umso bedauerlicher, dass die Wikimedia Stiftung selbst nichts dagegen unternimmt und es dadurch immer schlimmer wird.

Ich habe die Apps gelöscht und besuche die Webseite nicht mehr. Natürlich fällt das schwer, aber nur wenn wir Nutzer*innen rigoros sind und deren Zugriffszahlen merklich einbrechen, lässt sich die Muttergesellschaft hoffentlich zum Handeln bewegen.

Und selbstverständlich verbietet sich erst recht jede finanzielle Unterstützung durch Spenden. Deren jährliches Gejammer zu Weihnachten ist sowieso unerträglich, weil völlig überzogen und an der Wahrheit vorbei.

Wer mit der englischen Wikipedia nicht weiterkommt, findet mit einer ordentlichen Internetsuche die meisten Informationen auch andernorts. Natürlich nicht, wenn die manipulative Datenkrake Google zur Suche benutzt wird, die sowieso niemand mit Grips verwenden sollte.

Blender

Diese phänomenale Software zur Erstellung von 3D-Grafiken/Modellen/Zeichnungen eignet sich längst auch für daraus resultierende bewegte Bilder. Erweckt der aktuell erfolgte Versionssprung von 2.79 auf 2.80 keine umfassenden Änderungen, täuscht man sich da gewaltig. Im Grunde kommt es fast einer neuen Software gleich. Neben den digitalen Fähigkeiten ist aber vor allem unglaublich, dass dieses Kronjuwel vollkommen kostenlos angeboten wird.

Möglich macht dies natürlich nicht nur der Enthusiasmus der Beteiligten, sondern auch eine Vielzahl von Förder*innen. Dieser Kreis hat zuletzt prominenten Zuwachs bekommen. Die auf drei Jahre ausgelegte Unterstützung von Epic Games beläuft sich auf 1.2 Millionen Dollar. Das Geld soll Blender bei der Professionalisierung seiner Entwicklungsinitiative helfen. Bei diesem Engagement konnte der größte Gegenspieler des Epic Universums nicht untätig bleiben, weshalb nur wenige Tage darauf Ubisoft als Gold Mitglied dem Blender Fund beitrat. Allerdings werden von dieser Seite keine Geldbeträge genannt, aber sonst der Mund ziemlich voll genommen. Unter anderem will die Spieleschmiede teilweise zur Blender Software wechseln, um dem selbst programmierten Wildwuchs mit seinen Unzulänglichkeiten ein Ende zu bereiten.

Als wäre alles nicht mehr zu übertreffen, ist dieses kreative Pflicht-Werkzeug zudem für alle Betriebssysteme erhältlich.

Mahnende Spiegelbilder

Mein alter Ego hat sich in die Google Welt gewagt, weil sich die vielen Inhalte bei YouTube anderweitig nicht mehr übersichtlich und vernünftig organisieren ließen. Neben zahlreichen Tutorials begeistert mich vor allem die Schaffenskunst anderer kreativer Köpfe. Was diesbezüglich zu finden ist, versetzt mich immer wieder ins Staunen. Eine erste kleine Auswahl möchte ich euch vorstellen.

Alike

Diese 8:02 Min. stechen auf besondere Weise hervor. Mit einfachen, sehr sympathischen Bildern, wird unmissverständlich ein um sich greifendes Grundübel unserer Gesellschaften aufgezeigt. Der Aussage des Films kann man sich verschließen, womit diese bestätigt wird oder man kommt zum Fazit, wie es hier am Ende vorgestellt wird. Sehr berührend.

BURN OUT

Den Titel finde ich nicht ganz passend, aber vielleicht sind meine Assoziationen mit dem Begriff zu weitreichend. Inhaltlich stimme ich den 4:24 Min. aber voll und ganz zu. Macht nachdenklich.

Coin Operated

Diese eindrücklichen 5:15 Min. lassen durchaus variable Interpretationen des Endes und damit des gesamten Films zu. Ich halte meine mal zurück, um keine Voreingenommenheit zu erzeugen. Schaut lieber selber.

Der Abgrund

Diese 10:38 Min. passen zwar nicht zu meinem Oberbegriff, aber sie sind so unglaublich emotional, dass mir auch jetzt noch die Worte fehlen. Haltet Taschentücher parat.

Musik

Etwas Herausragendes, das haften geblieben wäre, um hier erwähnt zu werden, ist mir diesen Monat nicht begegnet. Ich erzähle daher mal, was beim Schreiben dieser Zeilen im Hintergrund lief. Vielleicht ist es ja eine Anregung für euch.

1 Hour of Witchcraft Music | Dark & Light von Peter Grundy

Altklug

Es gibt kein Muß in der Kunst, denn die Kunst ist frei.
(Wassily Kandinsky)

Vorhang

Gehabt euch Wohl, genießt die Zeit, befreit euren Geist und … man liest sich 🙂