Mächten im Kopf ausgeliefert

Kniend, schreiender Mann mit verbundenen Augen und Stacheldraht umwickelt
Cry: Bild von Martin Redlin auf Pixabay | Lizenz: CC0

Ich verfüge über drei Blogs, auf denen ich mich mit den Auswirkungen menschlicher Abgründe beschäftige, aber nur indirekt bzw. am Rande mit den Vorgängen im Kopf selbst. Nun soll krea·k·tiv nicht zur Psychologie oder Analytik Couch mutieren, doch zweifelsohne ist Kreativität nicht nur eng damit verknüpft, sondern wird davon entscheidend geprägt. Wahrscheinlich sind die Ereignisse im Kopf überhaupt erst Auslöser und Antreiber kreativer Prozesse. Aber genauso wie sie Geburtshelfer sind, können sie sich gegen einen stellen.

Heutzutage stehen uns viele Möglichkeiten offen mit dieser Thematik umzugehen und ihr zu begegnen. Die Zeiten des stillen, einsamen Kämmerchens sind vorbei, wie auch die unverständliche Behandlung durch unsere Umgebung. Durch die Vielzahl Betroffener war es unvermeidbar, dass eine gesellschaftliche Anerkennung erfolgen musste, um sich so ihrer Verantwortung zu stellen. Mögen Ursachen und Symptome individuell unterschiedlich sein, existiert eine gemeinschaftliche Schuld, weil jegliches Leben miteinander verbunden und voneinander abhängig ist.

Für manche übersteigt diese Wahrheit ihre Vorstellungskraft, weshalb sie lautstark nach Grenzen schreien. Wer sich seiner Angst ergibt und freiwillig derart beschränkt, darf gerne hinter seinen tristen Mauern versauern. Wer aber von seinem Kopf mit düsteren Schatten belegt wird, die unbekannter Herkunft sind und nicht wissentlich selbst erschaffen wurden, will sich von selbigen befreien. Auf der Suche nach Abhilfe lauern dann mehr skrupellose Scharlatane, als sich funktionierende Lösungen offenbaren.

Als Betroffener weiß ich, dass es den ersehnten Schalter, der auf einen Schlag alles (wieder) gut macht, nicht gibt. Ebenso wenig wurde inzwischen das Patentrezept gefunden, welches auf alle Belange anwendbar ist. Auch eine allgemeingültige Geheimformel wurde bislang nicht entdeckt. Die Hilfe, die benötigt wird, ist genauso individuell, wie der/die Suchende einzigartig ist – und eben dort befindet sich auch die Anleitung, um das außer Kontrolle geraten Gedankenknäuel zu entwirren und in geordnete Bahnen zu lenken. Alles Wichtige ist bereits vorhanden, nur in der Dunkelheit versteckt und von ausdauernden Kräften bewacht.

Jede Art von künstlerischem Ausdruck trägt seinen Ursprung in jenem Wort: Aus Druck. Im Kopf entsteht ein Druck, der sich irgendwann entlädt – entladen muss, das ist physikalische Gesetzmäßigkeit. Wie, wodurch oder womit spielt keine Rolle – zumindest solange es legal ist. Leider explodiert mancher Druck als gewalttätige Aggression, weil er sich zu lange anstaute und kein anderes Ventil die Menge schnell genug ableiten kann.

Verbindungen und Zusammenhänge zwischen Geist und Kreativität sind eng und vielschichtig. Ich empfinde es als verkehrt und nur halbherzig, wenn ich mich unter dem krea·k·tiv Banner nicht mit diesen elementaren Bestandteilen beschäftige. Dabei soll und wird es auch ans Eingemachte gehen und nicht zwingend einen künstlerischen Bezug haben. Gerade kreativen Menschen wird schließlich nachgesagt, ihre Inspiration und Schaffen basiert auf schwermütigen Seelen. Weshalb deren Leben ausschweifend, ungezügelt, hemmungslos, Genusssüchtig und meist zu kurz sind. Vielfach mag das zutreffen, doch was für normale Menschen nach einem reizvollen Leben aussieht, bezahlen die Bewunderten mit einem hohen Preis.

Ich möchte meine Auseinandersetzungen und Gedanken mit diesem Thema hier teilen. Ein separates Blog dafür einzurichten hatte ich überlegt, aber letztlich verworfen, weil ich eben keine eigenständige Webseite mit Psycho-Inhalten unterhalten will. Alleine die rechtlichen Fallstricke sind so undurchschaubar wie unzählig. Wenn ich mit meinen Ausführen jemanden helfen will, dann mir selber. Für mich hat sich diese Vorgehensweise als durchaus zielführend herausgestellt. Warum sollte ich mir diese Hilfe verweigern?

Bewirken meine Abhandlungen anderswo positive Veränderungen oder inspirieren zu neuen Blickwinkeln, in deren Folge sich Erleichterungen entwickeln, wäre das doch ein erfreuliche Begleiterscheinung. Wer wollte das verdammen?

Meine Beiträge sind keine Ratschläge, Empfehlungen oder gar Anleitungen, sie spiegeln lediglich meine Überlegungen wieder. Kann jemand daraus einen positiven Nutzen für sich gewinnen, hat dieses Internet doch einen sinnvollen Zweck erfüllt.

Weit verbreitet ist leider die Befugnis und Kompetenz Problematik, mit der wir Menschen uns selbst begrenzen und einschränken. Wer nicht jahrelang Psychologie oder Sozialwissenschaften studiert hat und nicht mindestens ein Prof. Dr. ist, erfüllt nicht die Voraussetzungen, um sich über solche Inhalte zu äußern. Da kommt der Neid und Besitzanspruch zum Vorschein, jemand könnte ohne Ausbildung kompetent sein und den vermeintlich einzig Berechtigten etwas abspenstig machen.

Ich beabsichtige niemanden etwas wegnehmen oder streitig machen zu wollen. Im Gegenteil, möchte ich erlangtes Wissen weitergeben und teilen. Ich zwinge niemandem meine Meinung auf oder stelle sie als einzige Wahrheit hin. Wem meine Ausführungen nicht gefallen, braucht einfach nur weiterziehen.

Organisatorisch erhält diese Materie ihr eigenes Fach: Kopfarbeit. Neben dort erscheinenden Blog-Artikeln widme ich den in meinen Augen wichtigsten Punkten feste Themenseiten, die in der Seitenleiste separat geführt werden.

Für einen Austausch bin ich per Mail, Mastodon oder Twitter erreichbar.